Von Norman Liebold geschrieben am: 12.05.2003 unter Auszug, Bardenträume, Drama
DichterliedAuszug aus HuhnAh, der Herr Dichter, der literarisch Unbeleckte! Lang nicht gesehen, Sie haben wohl verstanden, daß Ihr Platz woanders ist? NâhtegalDas Huhn schon wieder, ich dacht’, Du wärst ein schlechter Traum! HuhnBesser als ein schlechter Scherz, wie Sie, mein Herr, mit ihren antiquierten Versen! NâhtegalMit veränderter Stimme. Ich beziehe mich, wertes Huhn, auf Spielmannstradition und suche, sie auf intertextuell-kontextübergreifende Weise auf moderne Problematik anzuwenden.
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Von Norman Liebold geschrieben am: 12.05.2003 unter Auszug, Bardenträume, Drama
Der fette RieseAuszug aus Aus dem Hause von Form und Inhalt tretend, gelangt Nâhtegal in eine riesige, helle Halle. Filigrane Holzsäulen stützen die Decke, und Sonnenlicht strömt herein. Während er singt, tritt der Riese auf ihn zu. Er hat drei Köpfe, die in verschiedenen, aber verwandten Stimmen sprechen.
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Von Norman Liebold geschrieben am: 12.05.2003 unter Auszug, Bardenträume, Drama
Frau Form und Herr GehaltAuszug aus Nahtegal kommt an das Stammhaus, das den Übergang von Wurzel zum Stamm markiert. In diesem Stammhaus leben Frau Form und Herr Gehalt, ein Altes Ehepaar. Die Alte ist mürrisch und keift mit krächzender Stimme. Der Alte ist ein etwas schrulliger Kauz, der keiner Fliege was zuleide tun kann.
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Von Norman Liebold geschrieben am: 12.05.2003 unter Auszug, Bardenträume, Drama
Das KritikerhuhnAuszug aus HuhnSehr verehrter Dichter, auf ein Wort! NahtegalEin sprechendes Huhn! HuhnWas meinen Sie mit “Huhn”, Herr Dichter? Wollen Sie damit was bedeuten? NahtegalBedeuten? HuhnSie sagten, Zitat: “Ein sprechendes Huhn!”. Eine Metapher, aber, wie ich finde, sehr undurchsichtig. NahtegalSie sind ein Huhn! Das war nicht metaphorisch!
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Von Norman Liebold geschrieben am: 12.05.2000 unter Auszug, Bardenträume, Kunstmärchen, Roman
Aus: Die Kleine WüsteErschienen in: Liebold, Norman: Bardenträume [Nord begibt sich auf die Suche nach der kleinen Wüste, wo er die Aufgabe Wielands bewältigen will, die darin befindlichen Sandkörner zu zählen.]
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Von Norman Liebold geschrieben am: 12.05.2000 unter Auszug, Bardenträume, Kunstmärchen, Roman
Aus: Das BaumdorfErschienen in: Liebold, Norman: Bardenträume Wie ich nach Osten wanderte, einige Wochen lang durch endlose Wälder, stieß ich unvermittelt auf Straßen, die nicht verwachsen und überwuchert waren. Ich weiß nicht, ob ich mich darüber freute oder aber Angst und Enttäuschung empfand. Plötzlich hörte der Wald auf, und an seinem Rand stehend schaute ich über eine weite Ebene, die war in Felder aufgeteilt, und überall waren Straßen wie ein Gitternetz. Im Zentrum aber der baumlosen Ebene stand eine Stadt, und aus ihren Schornsteinen quoll Rauch, und bis zu mir herüber dröhnte ihr Lärm. Selbst Automobile gab es hier, Blechlawinen krochen über die Straßen, grad, als wäre nichts geschehen.
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Von Norman Liebold geschrieben am: 12.05.2000 unter Auszug, Bardenträume, Kunstmärchen, Roman
Der AnfangErschienen in: Liebold, Norman: Bardenträume Unsere Geschichte beginnt nicht im Elfenwald, nicht in den Drachenbergen, nicht im Wassermännersumpf. Sie nimmt ihren Anfang nicht vor langer, langer Zeit, und auch nicht mit “Es war einmal…”. Unsere Geschichte beginnt gar nicht weit von hier, und es könnte vor einem Jahr gewesen sein, wer weiß das schon zu sagen, oder vor zehn. Vielleicht war es gestern, vielleicht aber geschieht sie jetzt, gerade während Du, Büchermacher, sie hörst – all das, und doch nichts von alledem, das ist bei Märchen so, wie meine Geschichte ein Märchen ist, und doch – und dafür verbürge ich, Nahtegal, mich – sind sie wahr – nur daß ich nicht genau sagen kann, auch welche Weise sie wahr sind. Das mußt Du selbst entscheiden.
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