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Dramen

Dramen – Politicon (4)

Von Norman Liebold geschrieben am: 12.12.2001 unter Auszug, Drama, Dramen

Politicon: Weiden in Utopia

Das Licht geht wieder an. Janus und Janae sitzen aneinandergelehnt und ihre Hände sind verschränkt. Der Herrscher sitzt in einem Pappkarton und spielt mit fanatischem Gesichtsausdruck mit Spielfiguren.

H E R R S C H E R

Irre.
Ha, nimm dies Morius! Fühlst Du den Flammenodem? Ha, das ist mein liebster Spruch! Der wird Dich lehren, wer der wahre Gott ist!
Ich werde Deinen unterdrückten Untertanen den rechten Glauben bringen, die Freiheit und das Gesetz!
Da schmelzen Deine Krieger hin! Hörst Du ihre Witwen schreien? Bereust Du jetzt, Dich gegen meine Macht gewehrt zu haben?
Lacht triumphierend. Faselt weiter, während Janae und Janus reden.

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Dramen – Politicon (2)

Von Norman Liebold geschrieben am: 12.12.2001 unter Auszug, Drama, Dramen

Politicon: Janaes “Umkippenâ€

Ansprache des Herrschers vom Hohen Turm. Er zitiert Morius’ Brief sehr verstümmelt.

H E R R S C H E R

Spricht zum Volk (Publikum). Der Bote steht nahebei. Volk vom Hohen Turm!
Prinz Morius sandte uns eine Botschaft. Hört, was Morius geschrieben! “Euer Gott muß dumm sein und nichts im Kopfe haben als Krieg und Macht!… Ihr haltet Euch für Gott!… Ihr greift nach der Welt, um sie zu besitzen!… Ihr seid das Übel dieser Welt… Meines Neffen Blut schreit nach Rache!â€
Habt Ihr das gehört, mein Volk? Prinz Morius beleidigt uns, er droht uns mit Gewalt! Ja, er beleidigt Gott!
Sollen wir das uns bieten lassen? Wir sind das wahre Volk Gottes! Wir sorgen für Gerechtigkeit in der Welt!
Kennt Ihr das Land Morius? Nichts herrscht dort als Unrecht und Sklaverei! Man foltert dort! Ihr Gott ist ein Gott von Blut und Schwert! Sie wollen die ganze Welt! Vor wenigen Wochen erst brannte in Samarkant ein Tempel Gottes, in Brand gesteckt von Morius!
Wir schickten eine Legion hinunter, um unsere Brüder dort zu schützen… man hat sie angegriffen! Man hat unsere tapferen Soldaten GETÖTET!
Der Bote der Freien Städte von Elderland steht hier neben mir, und ich frage ihn: Werden die Freien Städte Elderlands zu uns stehen, wie wir zu ihnen standen in den Zeiten des Roten Bären, der Schwarzen Reiter?

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Dramen – Politicon (1)

Von Norman Liebold geschrieben am: 12.12.2001 unter Auszug, Drama, Dramen

1. Schloßparkszene

Janae findet den Boten im königlichen Park, wo er sitzt und Flöte spielt.

JANAE

Entschuldigt.

B O T E

Ist es nicht friedlich hier im Park, sagt? Wie die Vögel singen! – Ich nehme an, der Herrscher schickt nach mir?

J A N A E

Nun ja…

B O T E

Natürlich. Er schickt Dich, um mich zu holen. Dann schickt er mich, um eine Botschaft zu überbringen! Fragst Du Dich nicht manchmal, warum man uns beständig schickt?

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Spiegelbruch (2001)

Von Norman Liebold geschrieben am: 06.05.2001 unter Drama, Dramen, Ganze Geschichten

Dieses 2001 enstandene absurde Stück ist eine Abrechnungen mit den Figuren des Nâhtegal-Zyklus. Oder eigentlich mehr eine Abrechnung dieser Figuren mit mir.
Das war notwendig, denn sie hatten ein sehr unheimliches Eigenleben entwickelt und waren kaum noch zu kontrollieren. ;)
Das Stück wurde nur einmal aufgeführt, wobei Robert Christott den Animus miemte und Vera Walterscheid die Anima.

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Dramen – Bardentod (2)

Von Norman Liebold geschrieben am: 12.05.1998 unter Auszug, Drama, Dramen

Bardentod: Stadtszenen mit Bardame Natascha

Bar in der Stadt | Nachdem Nyddrym und der Barde die Vorbühne verlassen haben, hebt sich der Vorhang und das Innere des Schankraumes wird sichtbar. Der Schreibtisch des Nyddrym ist zur Theke geworden, dahinter die Bardame steht. Seitlich steht der Tisch mit den Bürgern, im rechten Vordergrund ein leerer Tisch. Es läuft Musik niedrigen Niveaus. Als Nyddrym und der Barde auftreten, erschrickt Letzterer beim Anblick der Bardame sichtlich und zieht sich eine Kapuze über den Kopf.

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Dramen – Bardentod (1)

Von Norman Liebold geschrieben am: 12.05.1998 unter Auszug, Drama, Dramen

Bardentod: Tod des Barden und seine Beschwörung

B A R D E

Seltsame Zeiten sind das! Das sie solche Käuze ausspuckt wie ihn und mich!
Er schließt die Augen wieder.
Nun, Tod, ich hoffe, Du läßt mich nicht lang warten!

Alles Licht erlischt, man hört eine Uhr laut ticken, das Ticken wird immer schneller und schneller, bis man es nur noch als Summton wahrnimmt, dann hört man Glocken plötzlich läuten in zwölf gemessenen Schlägen, und zugleich, in ähnlichem Rhythmus, kommen langsame Schritte, unheimlich anzuhören, die Stiege hinauf. Das Licht geht wieder an, der Barde liegt noch immer auf seinem Sofa, und der Tod tritt auf: Schwarze Robe, Sense, Stundenglas. Vor dem Barden angekommen, schlägt er die Sense drei Mal auf den Boden, daß der Barde die Augen öffnet und müde zu Tod hinblickt.

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Dramen – Zirkeltänze (4)

Von Norman Liebold geschrieben am: 12.05.1997 unter Auszug, Drama, Dramen

Zirkeltänze: Zyklus 3/ Café- und Gartenszene

Die Elfe sitzt allein an ihrem Tisch. Der Wanderer tritt auf, entschlossnen Schrittes, gefolgt vom Schatten. Er hält sein Auge, trägt die Binde.

W A N D E R E R

Ich hab es satt, ich kann nicht mehr, ich will nicht länger im Kreise gehen!

S C H A T T E N

Aha.

W A N D E R E R

Mir dreht sich alles im Kopfe, der Boden zieht mir unter den Füßen weg, ich kann nicht mehr!

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Dramen – Zirkeltänze (3)

Von Norman Liebold geschrieben am: 12.05.1997 unter Auszug, Drama, Dramen

Zirkeltänze: Zyklus 2/ Traumszene

Der Wanderer steht am vorderen Rand der Bühne in einem harten, farbigen Spot. Er spricht tranceähnlich, aus dem Hintergrund, geisterhaft, tönen die Stimmen der Elfe und des Schattens

W A N D E R E R

Der Damm, da ist wieder der Damm, eisig ist sein Stein. Dort in der Ferne seh ich die Gipfel ragen. Die Nebel ragen rings auf, keine zwanzig Schritte kann man weit sehen.

Man hört ein Geräusch, als würde sich etwas Ungeheures im Schlafe umdrehen.

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Dramen – Zirkeltänze (2)

Von Norman Liebold geschrieben am: 12.05.1997 unter Auszug, Drama, Dramen

Zirkeltänze: Zyklus 1/ Gartenszene

Ein Garten, Dämmer, die Szenerie ist beleuchtet von einer Gartenfackel, eine unwirkliche Atmosphäre. Im Hintergrund Geräusche einer Feier: Musik, Geschrei, Lärm. Fünf Gartenstühle stehen im Vordergrund, auf dreien davon sitzen die Philosophen und diskutieren, zwei sind leer.

1. P H I L O S O P H

All das ist also eitel, sagst Du, nicht echt, gespielt?

2. P H I L O S O P H

Ja, ich meine, was machen sie denn? Sie sitzen bei lauter Musik und betrinken sich. Und wenn man sich unterhält, dann nur über Dinge, die jeder weiß… also nur ein gegenseitiges sich Bestätigen, wie sonst willst Du das denn nennen als eitel?

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Dramen – Zirkeltänze (1)

Von Norman Liebold geschrieben am: 12.05.1997 unter Auszug, Drama, Dramen

Zirkeltänze: Prolog

Alter Friedhof, Kiefern im Gras, verwitterte Grabsteine, Abendsonne. Von links her kommt der Wanderer und sein Schatten (Schwarze Kutte, das Gesicht weiß geschminkt). Sie halten in der Mitte der Bühne inne.

W A N D E R E R

So müde bin ich, so müd! Ach, ich wünschte, ich könnte halten, für einen Moment nur, mich setzen, hier in diesen grünen Rasen, zwischen diesen Stämmen. Sag, Schatten, ist’s hier nicht wunderschön, an diesem Platz?

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