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Krimifrass

Krimifrass – 10. Kapitel

Von Norman Liebold geschrieben am: 22.10.2008 unter Auszug, Krimifrass, Kriminalistisches, Roman


Auszug aus:
Liebold, Norman: Krimifrass. Ein Siebengebirgskrimi. Königswinter 2008. S. 58-72
ISBN-13: 978-3-937330-28-0

Es war etwa gegen elf Uhr, als er von seinen schon recht weinschweren Gedankengängen abgelenkt wurde. Die Geräuschkulisse hatte sich geändert. Geschrei, Gelächter und lautes Gerede hatte es während des Spieles immer wieder gegeben, das war es nicht, im Gegenteil: es war sogar weniger lebhaft geworden. Was Christian sich im Sessel herum drehen und über die Lehne schauen ließ, lag mehr zwischen den Geräuschen. Etwas Verunsichertes zitterte da mit.

Das Bild in der Großen Halle hatte sich nicht in auffälliger Weise verändert – ein Teil der Leute stand in Grüppchen umher und unterhielt sich, ein anderer hatte sich um den riesigen, runden Tisch gesetzt, der hinten an den Fenstern stand, ein Relikt aus der Zeit, als der Margarethenhof noch ein Stützpunkt der FDP gewesen war.

Als Christian Marios Miene sah, erhob er sich und ging hinüber. Wenn sich in diesem leutseligen Gesicht eine solche Besorgtheit spiegelte, musste etwas ganz und gar nicht in Ordnung sein.

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Krimifrass – 5. Kapitel

Von Norman Liebold geschrieben am: 22.10.2008 unter Auszug, Krimifrass, Kriminalistisches, Leseproben, Roman


Auszug aus:
Liebold, Norman: Krimifrass. Ein Siebengebirgskrimi. Königswinter 2008. S. 5-9
ISBN-13: 978-3-937330-28-0

Wenn dem Butler nach eigenen Aussagen die Verzögerung auch unangenehm gewesen sein mochte – den Gästen dürfte sie kaum aufgefallen sein. Das Streichquartett hatte wieder angefangen zu spielen, der Kamin prasselte, der Raum war in das angenehmste Licht getaucht und überall wuselten Kellnerinnen mit silbernen Tabletts herum – wobei in Christians Augen nicht zu entscheiden war, ob die auf den Tabletts zu kunstvollen Arrangement angerichteten Köstlichkeiten oder die Mädchen selbst appetitlicher waren. Man hatte offensichtlich äußerst sorgfältig ausgewählt, was man in Spitzenhäubchen steckte und servieren ließ. Die Gäste jedenfalls schienen den Abend ausgesprochen zu genießen: Gruppen standen zusammen, in der Hand das Sektglas, das, da war Christian sich sicher, ganz bestimmt keinen Sekt enthielt, sondern höchstwahrscheinlich Jahrgangs-Champagner.

Etliche der Gesichter waren Christian bekannt. Das eine oder andere durch die Arbeit an einem Artikel, die meisten aber aus den Medien: Das waren Gesichter, die hinter Pulten Erklärungen abgaben, auf die Dutzende von Mikrophonen montiert waren. In die Kamera der aktuellen Stunde, vielleicht. Hier wirkten sie wesentlich entspannter. Dort tanzte eine Frau um die Vierzig, von der Christian das nie und nimmer angenommen hätte, dort hatte ein Mann, der die Fünfzig schon hinter sich gelassen hatte, kurzerhand den Arm um die Taille einer Kellnerin gelegt – und von dem hatte er das in der Tat erwartet. Das Mädchen – höchstens 20 – wand sich aus der Umarmung, kicherte jedoch und warf dem Herrn im Frack einen längeren Blick zu.

»Macht macht geil«, murmelte Christian, während er seinen Blick schweifen ließ.

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Krimifrass – 1. Kapitel

Von Norman Liebold geschrieben am: 22.10.2008 unter Auszug, Krimifrass, Kriminalistisches, Roman


Auszug aus:
Liebold, Norman: Krimifrass. Ein Siebengebirgskrimi. Königswinter 2008. S. 5-9
ISBN-13: 978-3-937330-28-0

Windgeschwindigkeiten von bis zu hundertzwanzig Stundenkilometern, orkanartige Böen und schwere Gewitter mit Hagelschlag«, kündigte die Stimme im Radio an. Christian schaute vom Schreibtisch hoch und durch das Fenster. September. Der Wald hinter den Weiden begann sich schon zu verfärben, und darüber stand pechschwarz eine Wolkenwand, die sich alle Mühe gab, den Radiosprecher glaubhaft klingen zu lassen. Christian war verdammt froh, dass heute nichts anlag. Kein Theaterstück, über das er berichten musste, kein dämlicher Empfang klugschwätzender Lokalpolitiker. Ein Abend zu Hause, seit langem. In seinem Job selten genug. Ein Fläschchen Wein aus dem Regal holen und sich in ein gutes Buch vergraben.

Das Telefon schrillte.

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