Von Norman Liebold geschrieben am: 05.12.2008 unter Auszug, Leseproben, Navigator, Roman, Sience-Fiction
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Auszug aus: Liebold, Norman: Navigator. Dystopische Novelle. Königswinter 2008.
Auch wenn dieser Tag nicht nur Kevins Leben grundlegend ändern sollte, sondern seine ganze Welt aus sämtlichen Fugen trieb – dieser Mittwoch Morgen begann nicht anders als die unzähligen Mittwoch Morgen der letzten zehn Jahre, die er bei der European Bank arbeitete. Um sieben Uhr zogen sich mit ratterndem Geräusch die Rollläden seines Schlafzimmers empor und von der Küche her war das unverkennbare Geräusch der Espresso-Maschine zu hören, die von selbst begann, Kaffee-Bohnen zu malen.
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Von Norman Liebold geschrieben am: 05.12.2008 unter Auszug, Navigator, Roman, Sience-Fiction, Spezielles
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Gelesene Auszüge aus: Liebold, Norman: Navigator. Dystopische Novelle. Königswinter 2008.
Der Blitzschlag Die Schlüssel-Szene mit Kitsch Der Auto-Blues Desorientation Angriff der Hartz-IV-er in E-Moll |
Von Norman Liebold geschrieben am: 05.12.2008 unter Auszug, Navigator, Roman, Sience-Fiction
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Auszug aus: Liebold, Norman: Navigator. Dystopische Novelle. Königswinter 2008. aus dem 6. Kapitel: S. 54-63
Es war nicht sehr geräumig im Inneren des Fasses, aber es war warm und in einer Weise eingerichtet, dass Kevin sich sofort wohl fühlte. Eng und bis unter die Rundung des Daches mit allen möglichen und unmöglichen Dingen vollgestopft. Auf einer Seite mit einem schweren Polstersessel davor der Ofen, hinter dessen breiter Glasscheibe das Feuer rotorange züngelte. Bündel mit getrockneten Kräutern hingen von oben herab, und überall standen, lagen und stapelten sich Bücher. In Regalen, die der Rundung der Fassdauben folgten, auf einem hölzernen Tisch unter dem Fenster, aufgeschlagen auf der Lehne des Sessels. Kein eBook-Reader weit und breit, richtige Bücher. Kevins Finger strichen fast zärtlich über den brüchigen Lederrücken eines dicken Buches, das neben ihm auf einem Bord zwischen staubigen Weinflaschen stand. Don Quijote.
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Von Norman Liebold geschrieben am: 05.12.2008 unter Auszug, Navigator, Roman, Sience-Fiction
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Auszug aus: Liebold, Norman: Navigator. Dystopische Novelle. Königswinter 2008. 4. Kapitel: S. 34-41
Waren die Häuser und Straßen an dieser unsichtbaren Grenze, an dieser Nahtstelle virtueller Wirklichkeit hier und da in einem Zustand gewesen, dem man das bewohnt werden ansah, dass In-Gebrauch-Sein, so begannen sie schon wenige hundert Meter jenseits davon, heruntergekommen zu wirken. Die Straße war ein Flickenteppich, Kopfsteinpflaster schaute unter dem zerrissenen Asphalt hervor, Schlaglöcher waren mit Ziegel-Bruchstücken aufgefüllt. Das heimelige Gefühl, dass Kevin beim Anblick der spielenden Kinder empfunden hatte, bei den Wäschestücken und all den kleinen Details, die zeigten, dass hier gelebt wurde und das Leben Spuren hinterließ, dieses heimelige Gefühl wich mehr und mehr etwas, das sich wie eine kalte Hand in seine Gedärmen grub.
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