Von Norman Liebold geschrieben am: 20.04.2010 unter Ansichten eines Aktmodells, Auszug, Künstlergeschichten
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Aus: Liebold, Norman: Versichert (2010) Weitere Auszüge: Erzählte ich, wie wunderbar Beorn Holz nicht einfach bearbeitete, sondern es mit ihm tanzend zu neuem Leben erweckte? Erzählte ich, wie er Glas, Metall und Gewachsenes zu neuen Einheiten verschmolz, nein, zu einem Liebesspiel der Elemente einlud? Und dass aus dieser Gewachsenheit ein Gefühl heraus spricht, das von Liebe und Schönheit singt? Und dass trotz der zum Teil abstrakten Formen, der ungegenständlichen Rundungen, Bögen, Wülste, der sich zum Licht hinauf windenden Bewegungen immer auch etwas Erkennbares liegt, manchmal ganz gegenständlich ein wunderbar gearbeiteter Mensch, ein Antlitz, ein Frauenleib? Und dass immer auch ein Gedanke, eine Idee aus diesen wundervoll gemachten und einfach schönen Bildwerken heraus tritt und zum Betrachter spricht? Kein intellektuell-abstraktes Gefasel, kein losgelöstes Umsichselberkreisen des Werkes an sich, kein aufgeblasener Stundenvortrag über Kontexte und Selbstverwirklichungsgekünsteltheiten, und auch kein Herumgejammer von Verarbeitungen traumatisch-dramatischer Künstlerseelenbefindlichkeiten. Ja, noch nicht einmal große hölzerne Anklagefinger gegen Politik und globale Missstände. Eine fassbare, klare Idee, ein Gedanke voll Liebe zu Welt und Mensch und Leben, und aus dieser unbändigen, schöpferischen Hingabe etwas wie ein Licht, eine Hoffnung, ein Erkennen. [Zum Rest des Beitrages! »] |
Von Norman Liebold geschrieben am: 20.04.2010 unter Ansichten eines Aktmodells, Auszug, Künstlergeschichten
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Aus: Liebold, Norman: Versichert (2010) Weitere Auszüge: Was immer Beorn so quälte, dass er in diese seltsame Stimmung geraten war, ein ganz eigentümliches Bild riss ihn heraus und verwandelte ihn. Gleich am Ortseingang des Häuserhaufens, der sich Rauenhahn nannte, stand eine Gestalt am Straßenrand. Eine einsame Laterne schuf im wilden Wirbel der Schneeflocken eine Wolke warmen, gelben Lichts, und die Gestalt darin, eng in einen Mantel gewickelt, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, mit Schnee bepudert, wirkte wie aus einer anderen Welt, ein Traumgesicht vielleicht. Ich musste an Rotkäppchen denken, weiß der Teufel warum, vielleicht, weil diese Figur vom einzigen Lichtfleck aus der dunkelblauen, schneedurchwirbelten Dämmerung heraus gemalt war und an all jene instinktiven, menschlichen Erfahrung gemahnte, die wir Heutigen nur noch aus Erzählungen und Filmen kennen. Ganz allein in schneidend kaltem Schneesturm im Nirgendwo zu stehen und durch die Nacht zu müssen, um in die Sicherheit und die Wärme eines Heimes zu kommen. [Zum Rest des Beitrages! »] |
Von Norman Liebold geschrieben am: 20.04.2010 unter Ansichten eines Aktmodells, Auszug, Künstlergeschichten
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Aus: Liebold, Norman: Versichert (2010) Weitere Auszüge: »Fünfzehn Zentimeter!« Beorn gab ein tiefes, brummendes Lachen von sich. Er stand am Herd, unter dem Wasserkessel glühte bläulich die Gasflamme, und das Wasser gab schon ein leises Summen von sich. Beorns Blick ging zum Fenster hinaus. Schneeflocken wirbelten, der Wind fauchte in den Ritzen. Draußen versank alles in Weiß, der Schnee fiel so dicht, dass die sonderbar verwachsenen Apfelbäume auf dem Hang vor uns als bloße Schemen zu erkennen waren. »Fünfzehn Zentimeter, und eure ganze Zivilisation fällt in sich zusammen wie ein Kartenhaus bei einem Nieser!« [Zum Rest des Beitrages! »] |